hannah – immer ist eine sehr lange zeit
die protagonistin hannah, eine junge frau, macht sich mit dem zug auf den weg zu ihrer todkranken mutter, die sie einst, als sie ein kleines mädchen war, verlassen und dem übergriffigen vater überlassen hat. die zugfahrt ist der rote faden, an den die erinnerungen an die torturen, die furchtbaren zerrüttungen ihrer seele geknüpft sind. die konturen der erinnerungen sind unscharf, die sätze muten mitunter kryptisch an, das geht gar nicht anders, wenn sie die grenzenlose überforderung eines kindes widerspiegeln sollen, und doch formt sich beim leser ein glasklares, deutliches gefühl für das, was hannah erlebt hat, was das kind durchmachen musste, sein entsetzen, sein tiefes gefühl dafür, dass etwas grundfalsches, etwas gewalttätiges geschah. das ringen um jede weitere stunde, jeden weiteren tag mit einer alltäglichen fassade des funktionierens und mitspielens, die natürlich risse kriegt, wird spürbar. es geht um ekel, ein geschundenes selbstwertgefühl, todessehnsüchte, flucht, und schließlich auch die tödliche krankheit der mutter – überhaupt diese mutter, die im leben wie im sterben schwach, unbeschützend, letztlich leblos ist; die die bigotterie der erwachsenen bis zur selbstauflösung verkörpert.
der autorin gelingt der balanceakt, die leser weder abzustoßen noch zu sublimieren, sondern mithilfe einer starken, bildhaften, einerseits unaufwändigen und andererseits ganz eigenen, den kern treffenden sprache von literarischer qualität, präsenz und prägnanz zu zeigen, in anbetracht eines verstörenden vorgangs, in anbetracht einer protagonistin, die sich selbst wahrscheinlich nie wieder als unversehrtes ganzes wird spüren können, die aber dennoch voller gefühle und aufmerksamkeit ist und sich behutsam der vergangenheit stellt anstatt zu erstarren oder das zu verdrängen, was doch stärker ist als sie.
der text hat eine große intensität und entfaltet einen sog bis zu seinem leisen schluss, der keine versöhnung und keine lösung bietet, gar nicht bieten will, aber die leser um eine erfahrung reicher zurücklässt.
„hannah – immer ist eine sehr lange zeit“ ist eine ebenso eindringliche wie eindrückliche lektüre, die des unfassbaren, des unbeschreiblichen mit worten und bildern habhaft zu werden versucht. der autorin ada brodbeck gelingt es, sich dem unerträglichen zu nähern, ein bild zu zeichnen des unsagbaren.
(antje steinhäuser, lektorin, münchen)
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hannah - immer ist eine sehr lange zeit
roman, 183 seiten
print ISBN 978-3-03763046-4 e-book ISBN 978-3-03763-552-0
bestellen unter: ada.brodbeck@sachklang.ch
chf 26.- inkl. porto innerhalb der schweiz; sendungen ins ausland exkl. porto.
die einnahmen fliessen weiterhin in kinderschutz-projekte wie ESPOIR oder kinderspital zürich
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hannah – immer ist eine sehr lange zeit
die protagonistin hannah, eine junge frau, macht sich mit dem zug auf den weg zu ihrer todkranken mutter, die sie einst, als sie ein kleines mädchen war, verlassen und dem übergriffigen vater überlassen hat. die zugfahrt ist der rote faden, an den die erinnerungen an die torturen, die furchtbaren zerrüttungen ihrer seele geknüpft sind. die konturen der erinnerungen sind unscharf, die sätze muten mitunter kryptisch an, das geht gar nicht anders, wenn sie die grenzenlose überforderung eines kindes widerspiegeln sollen, und doch formt sich beim leser ein glasklares, deutliches gefühl für das, was hannah erlebt hat, was das kind durchmachen musste, sein entsetzen, sein tiefes gefühl dafür, dass etwas grundfalsches, etwas gewalttätiges geschah. das ringen um jede weitere stunde, jeden weiteren tag mit einer alltäglichen fassade des funktionierens und mitspielens, die natürlich risse kriegt, wird spürbar. es geht um ekel, ein geschundenes selbstwertgefühl, todessehnsüchte, flucht, und schließlich auch die tödliche krankheit der mutter – überhaupt diese mutter, die im leben wie im sterben schwach, unbeschützend, letztlich leblos ist; die die bigotterie der erwachsenen bis zur selbstauflösung verkörpert.
der autorin gelingt der balanceakt, die leser weder abzustoßen noch zu sublimieren, sondern mithilfe einer starken, bildhaften, einerseits unaufwändigen und andererseits ganz eigenen, den kern treffenden sprache von literarischer qualität, präsenz und prägnanz zu zeigen, in anbetracht eines verstörenden vorgangs, in anbetracht einer protagonistin, die sich selbst wahrscheinlich nie wieder als unversehrtes ganzes wird spüren können, die aber dennoch voller gefühle und aufmerksamkeit ist und sich behutsam der vergangenheit stellt anstatt zu erstarren oder das zu verdrängen, was doch stärker ist als sie.
der text hat eine große intensität und entfaltet einen sog bis zu seinem leisen schluss, der keine versöhnung und keine lösung bietet, gar nicht bieten will, aber die leser um eine erfahrung reicher zurücklässt.
„hannah – immer ist eine sehr lange zeit“ ist eine ebenso eindringliche wie eindrückliche lektüre, die des unfassbaren, des unbeschreiblichen mit worten und bildern habhaft zu werden versucht. der autorin ada brodbeck gelingt es, sich dem unerträglichen zu nähern, ein bild zu zeichnen des unsagbaren.
(antje steinhäuser, lektorin, münchen)
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hannah - immer ist eine sehr lange zeit
roman, 183 seiten
print ISBN 978-3-03763046-4 e-book ISBN 978-3-03763-552-0
bestellen unter: ada.brodbeck@sachklang.ch
chf 26.- inkl. porto innerhalb der schweiz; sendungen ins ausland exkl. porto.
die einnahmen fliessen weiterhin in kinderschutz-projekte wie ESPOIR oder kinderspital zürich
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